Auf dem Herzhorner Kringelmarkt dreht sich traditionell alles um den Kringel – das beliebte Hefegebäck mit Anis und Fenchel.

Nach einer langen und nicht sehr angenehmen Fahrradtour von Hohenaspe nach Herzhorn hat sich Ralf Dudde einen Kringel und ein Bier verdient.
Die Tour von Heiligenstedten entlang der Stör war zunächst wirklich schön. Weniger erfreulich war jedoch die weiterhin gesperrte Brücke über die Klosterwettern an der K11 bei Hodorf. Eigentlich sollten die Sanierungsarbeiten bereits bis zum 20.07.2026 abgeschlossen sein. Leider ist das noch immer nicht der Fall. So blieb uns nichts anderes übrig, als einen langen Umweg in Kauf zu nehmen – teilweise entlang stark befahrener Straßen und stellenweise sogar ohne Radweg.

Der Kringelmarkt ist ein jährliches Fest auf dem Marktplatz in Herzhorn, bei dem sich alles um das traditionelle Anisgebäck, den Herzhorner Kringel, dreht.
In diesem Jahr stand ein ganz anderes Thema im Mittelpunkt der Gespräche: Die Windhose vom Vortag, die inzwischen sogar als Tornado eingestuft wird.
Kaum jemand sprach über etwas anderes. Wer war betroffen? Welche Häuser wurden beschädigt? Wie groß sind die Schäden an Gärten, Nebengebäuden und Fahrzeugen? Und wer kommt für die entstandenen Kosten auf?

Inzwischen liegen erste Zahlen vor: Etwa 50 bis 70 Gebäude wurden beschädigt, zahlreiche Bäume entwurzelt.
Ein Anwohner führte uns in seinen Garten und zeigte eine alte Eiche, die den Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 Kilometern pro Stunde nicht standhalten konnte und innerhalb weniger Sekunden umstürzte. Die schweren Äste wurden bis auf die angrenzende Weide geschleudert. Es ist leicht vorstellbar, dass der Tornado nicht nur die Anwohner in Angst und Schrecken versetzte, sondern auch die Kühe auf der Weide ein derartiges Unwetter wohl noch nie erlebt haben.

Samt Wurzelwerk mit Erde ist die Eiche umgekippt

Die Zeige wurden vom Tornado bis weit auf die Weide getragen
Der Anwohner aus der Straße Lesigfeld berichtete außerdem, dass das Gewächshaus seines Nachbarn völlig zerstört wurde. Ein Trampolin wurde durch die Straße geschleudert und musste später weit entfernt vom Grundstück seines Besitzers wieder eingesammelt werden. Dächer blieben in diesem Bereich glücklicherweise verschont.
Unser Gesprächspartner schilderte außerdem, wie sich der Tornado über der Elbe bei Glückstadt gebildet haben soll, bevor er über Herzhorn hinwegzog und eine Schneise der Verwüstung hinterließ und dies nicht nur in Herzhorn.
Während Polizei, Feuerwehren und Energieversorger bis tief in der letzten Nacht im Einsatz waren, um beschädigte Gebäude zu sichern, Verkehrswege freizuräumen und die Folgen des Unwetters zu beseitigen, sind für die betroffenen Bewohner der Region die Aufräumarbeiten in vollem Gange.