Reizthema Umspannwerk: TENNET TSO GmbH beantwortete Fragen im Sportlerheim

04.07.2025  |   Maike Dudde  |   Allgemein

Mehlbek den 2.7. 2025 Alle sollen sich informiert fühlen 

TenneT plant in den Gemeinden Hochwöhrden, Albersdorf und Mehlbek drei neue Umspannwerke mit drei bzw. vier 380/110-kV-Transformatoren.

Das UW Stegau in Mehlbek wird auf einer Fläche von 25 Hektar mit dem sogenannten HeideHub bzw. mit dem NordHub verbunden, um eine bessere Vernetzung zu gewährleisten. Info Tennet HIER

Am Tisch im Saal mit sachkundigen Teilnehmern: Georg Feuerstein, Niklas Wölfel, Michael Weiler und Alina Ehlers von TenneT, MdB Mark Helfrich, MdL Heiner Rickers, Amtsdirektor Mathias Siebenborn, Bürgermeister Helge Treuherz mit Anje Reese sowie Matthias Höpfner und Dirk Westphal von der Bürgerinitiative.

Die Tische im Sportlerheim waren mit geladenen Gästen besetzt, die etwas zum Projekt beizusteuern hatten und Fragen aus dem Publikum beantworteten.

Das geplante Umspannwerk bei Mehlbek erhält den Namen “Stegau”. Wie es zur Namensgebung kam, wird vom Bürgermeister Helge Treuherz in Mehlbek per Nachfrage erklärt:”In den offiziellen Flurkarten ist die Mühlenau als Stegau benannt”.

Die Namensgebung war natürlich nicht ausschlaggebend für die hohe Zahl der Teilnehmer, die der Einladung von Bürgermeister Helge Treuherz ins Sportlerheim folgten. Das Informationsbedürfnis ist groß. Sie wollten 13 Fragen zum UW, die beim letzten Bürgerdialog in der Gemeinde aufkamen, von TenneT-Mitarbeitern beantwortet wissen.

Die Frage, warum sich für den Standort Mehlbek entschieden wurde, wurde lange erörtert. Fakt ist: Tennet konnte hier eine Fläche erwerben, die von der Größe her optimal für die Zwecke geeignet ist und an die Stromtrassen angebunden werden.

Der Bauantrag mit Baufeststellungsverfahren wurde von Tennet eingereicht. 2027 ist der Baubeginn geplant und für 2029 die Inbetriebnahme.

“Gefühlt darf die Tennet alles”

Treuherz beklagt, dass in der Gemeinde plötzlich mit zweierlei Maß gemessen wird: „Wir als Gemeinde hatten keine Genehmigung, um nach einem Windwurf das Holz aus dem kleinen Waldstück herauszuholen, und Tennet darf dort nun eine Schneise schlagen.“

Auch mit der Forderung der Gemeinde, einen Knick zur Begrünung einer geplanten Anlage, die kaum jemand so dicht am Ort haben möchte, als Sichtschutz zu errichten, gibt es plötzlich Einwände wegen des Naturschutzes. 

Treuherz besteht auf einer Ausnahmegenehmigung und bekommt Unterstützung von Heiner Rickers, der über die zahlreichen Windkraftanlagen in Dithmarschen vorab ins Schwärmen geriet. Es würde damit auch neue Chancen geben so der Landtagsabgeordnete. 

Mathias Siebenburg erkundigt sich bei den TenneT Mitarbeitern, ob der Strom aus weiteren geplanten Windkraftanlagen im Amtsbezirk im UW aufgenommen werden kann.

👉Im Kernpunkt wollen die Mitglieder der Bürgerinitiative, dass die Anlage einen Abstand von 300 Metern zum Ort überschreitet, was in der Planung so nicht vorgesehen ist. Sie erkundigen sich, wer die Wertminderung der Immobilien übernimmt.

Mark Helfrich widerspricht der Sorge der Bürgerinitiative, ein Umspannwerk könne im Kriegsfall zum Ziel von Angriffen auf die Infrastruktur werden. Laut neuesten Auswertungen wäre ein Angriff durch Cyberattacken wahrscheinlicher.

Volles Haus im Sportlerheim in Mehlbek

Helge Treuherz fordert, “dass eine Gemeinde, der so ein Projekt vor die Nase gesetzt wird, auch von dem Strom profitieren sollte, der durch den Ort geführt wird”. 

Aus dem Publikum wird immer wieder ein größerer Abstand vom Umspannwerk zu den Wohnsiedlungen gewünscht.

“Tennet führt zwar alle Abwägungen mit Faktenbewertung zur Grenzeinhaltung durch, aber wo bleibt der Faktor Mensch in diesem Projekt?” Diese Frage wird unter großem Applaus gestellt.