Notfall-Infopunkte vorgestellt

25.06.2025  |   Maike Dudde  |   Allgemein

Für den Krisenfall vorbereitet sein

V. r.: Stefan Schmidt, Abteilungsleiter für zivilen Katastrophenschutz, Bürgermeister in Vaale Thomas Hencke und Björn Stücker (Zivil- und Katastrophenschutz des Kreises Steinburg) informieren über die im Kreis herausgegebenen Notfall-Infopunkte

Für längere Stromausfälle gibt es eine Vielzahl von Szenarien. Zu den potenziellen Gefahrenquellen zählen Cyber-Angriffe auf Stromnetze. Auch Stürme oder Überschwemmungen können dies verursachen.

Einrichtung von Notfall-Infopunkten in Kreisen und Städten

Um bei einem längeren Blackout noch z.B. Notrufe absetzen zu können, wurden die sogenannten Notfall-Infopunkte eingerichtet.

Auch der Kreis Steinburg möchte seine Bevölkerung bei Stromausfällen besser schützen und plant deshalb die Einrichtung von Notfall-Infopunkten in allen Gemeinden des Kreisgebiets. Den Anfang machte am Dienstag die Gemeinde Vaale im Gemeindehaus, wo diese Anlaufstelle in der Krise sein wird. 

Notfall-Infopunkte sind spezielle Einrichtungen, die in Notfällen – wie beispielsweise bei längerem Stromausfall oder Totalausfall der Telefonnetze – als Anlaufstellen für die Bevölkerung dienen. Hier können Bürger Informationen erhalten und Notrufe absetzen, da die üblichen Notrufnummern (110/112) in solchen Situationen möglicherweise nicht erreichbar sind.

Stefan Schmidt und Björn Stücker von der Katastrophenschutzbehörde des Kreises geben Details zum Thema. „Die gekennzeichneten Anlaufstellen können für Notrufe genutzt werden und dienen als Informationspunkt sowie als Wärmestube mit Hilfsangeboten mit z.B. der Organisation von Nachbarschaftshilfe. Die Anlaufstelle wird in der Krise immer besetzt sein”. Weitere Leistungen wie zum Beispiel Notstromversorgung sind je nach Gemeinde auch möglich”, informiert Stefan Schmidt zu der Funktion der neuen Nofall-Punkte. Eine Karte auf der die Notfallinformationspunkte in der Region eingetragen sind, ist in Arbeit.

Die Notfall-Infopunkte werden zentral gelegen und fußläufig erreichbar eingerichtet.

Laut Schmidt gibt es auch in anderen Kreisen und Städten in Schleswig-Holstein die Notfall-Infopunkte. Allein im vergangenen Jahr hat das Land 1.032 solcher Anlaufstellen mit rund 1,35 Millionen Euro gefördert. Die Info-Notfallpunkte im Kreis Steinburg werden zu 90 Prozent vom Land gefördert, die restlichen Kosten übernimmt der Kreis.

Die Anlaufstelle ist auf dem Schild markiert. Gemäß dem Krisenkonzept ist jede der 94 gemeldeten Stellen im Kreis mit einem sogenannten Notfallkoffer ausgestattet. Björn Stücker erläutert den Inhalt der Kiste.

Beim Befüllen dieser Bürostarterkiste wurde die Frage aufgeworfen, wie ein Bürobetrieb ohne Stromversorgung gewährleistet werden kann.

In der Auflistung sind Bleistifte, Leuchten, die auf Kurbelbetrieb funktionieren, sowie ein erster Hilfesatz enthalten. Sollte ein Aggregat vorhanden sein, werden Netzteile zum Aufladen von Geräten benötigt. Außerdem sind Papier und Aktenordner vorhanden. Darüber hinaus enthält die Kiste ein Laminiergerät, Desinfektionsmittel, ein kleines Radio, Batterien, Stirnlampen und weiteres Zubehör. Es wird darauf geachtet, dass das Material alt werden darf.

Im Krisenfall soll das jeweilige Büro mit zwei Personen besetzt sein. Ein Funker der FFW sollte dabei sein.

Die Infopunkte sind in der Regel nicht in den Feuerwehrgerätehäusern, weil sie bei einem Blackout den Ablauf der Feuerwehreinsätze behindern könnten.