Blaue, rote, gelbe und schwarze Isolierung für Erdkabel / Trassen kommen in der Marsch für unterschiedliche Projekte derzeit in den Boden. Wer soll da noch den Überblick haben?
In der Region um Brokdorf (Kreis Steinburg) finden derzeit umfangreiche Arbeiten an der Strom- und Gasinfrastruktur statt. Diese stehen insbesondere im Zusammenhang mit der Energiewende und der Netzmodernisierung durch die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) sowie TenneT TSO.
1. Für mehr “Grünstrom” für das Netz
2. Netzanschluss für Batteriespeicher: Auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Brokdorf ist der Bau eines großen Batteriespeichers mit einer geplanten Gesamtleistung von 800 Megawatt und einer Kapazität von 1.600 Megawattstunden vorgesehen. Dieser Großspeicher erfordert eine Anbindung an das Hochspannungsnetz, ist aber noch nicht baureif.
3.SuedLink & Elbquerung: Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT führt derzeit Arbeiten für die Elbquerung des SuedLink durch.
In Brokdorf wurde hierfür ein Containerdorf im Gewerbegebiet errichtet, um die Baumaßnahmen der beteiligten Firmen zu unterstützen.

Die roten Rohre sind höchstwahrscheinlich für die Kabel des Südlinksvorgesehen. Sie werden 1,60 Meter tief in den Boden verlegt. Durch die roten Leerrohre wird das 25 cm dicke Stromkabel gezogen.

Auf den Flächen für die Rohrverlegung flattern duzende Vogeldrachen im Wind. Sie sollen wohl verhindern, dass hier Vögel nisten. (Im anhaltenden Wind sind allerdings dagegen alle Windkraftwerke auf stillstand programmiert)
Bei uns vor Ort kann man dagegen immer gut erkennen, wo neue Flächen für die Energiewende genutzt werden sollen. Entweder durch rotweiße Flatterbänder oder durch die Umzäunung durch Krötenzäunen, damit die Tiere fernbleiben.
Die beschriebenen Maßnahmen sind typische Vorbereitungen für Bauprojekte im Zusammenhang der Energiewende. “Vogeldrachen” verhindern die Ansiedlung von Vögeln, was mit dem Artenschutz (?) verbunden ist, da Nestungen Bauarbeiten verhindern müssen.
Krötenzäune schützen (klingt doch nett!) Amphibien während ihrer Wanderzeiten, um Bauprojekte nicht zu gefährden. Rot-weiße Flatterbänder dienen dazu, zukünftige Eingriffsflächen zu markieren und zu sichern.
👉Welch Widersprüchlichkeiten zwischen Naturschutz und Bauaktivitäten! , aber es sind rechtlich vorgeschriebene Maßnahmen.
Auch bei Mehlbek beginnen die Arbeiten zur Verlegung der Trassen für das geplante Umspannwerk.
Hier die archelogischen Vorbereitungen

Eingriff in die Natur auch bei Mehlbek. Wahrscheinlich werden hier weitere Bodenuntersuchungen durchgeführt, da die Baugenehmigung für das Umspannwerk laut Sebastian Rutzen (TenneT- Mitarbeiter) noch nicht eingegangen ist.

👉Tennet lädt ein zum Dialog am 22.4. in Kaaks Brüdigams Wildwechsel 14:30 Uhr bis 19 Uhr
