Mehr heimisches Saatgut für Schleswig-Holstein

09.04.2026  |   Maike Dudde  |   Regionales

Schleswig-Holstein benötigt zertifiziertes Saatgut für Ausgleichsflächen und Aufforstungen mit gebietseigenen Gehölzen. Dieses Saatgut ist laut der Forstministerin knapp geworden. Auf einer Fläche von 10,6 Hektar sollen hier auf 10 % der Fläche gebietseigene Gehölze angepflanzt werden, deren Saatgut später geerntet wird.

Feierlicher Spatenstich für erste Samenplantage in Schleswig-Holstein mit den Landesforsten und der Forstministerin Cornelia Schmachtenberg

Im Bild von rechts beim ersten Spatenstich: Ina Abel vom MLLEV, Jens-Birger Bosse, Leiter der biologischen Produktion der SHLF. Forstministerin Cornelia Schmachtenberg so wie der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten Dr. Chris Freise. 

Der Pressetermin fand im Bereich der Försterei Hasselbusch mit Förster Bartholomäus-Hagen Kufner statt, der die Teilnehmenden zum Gelände bei Heidmoor (Kreis Segeberg) führte. Das Filmteam von RTL verlor zwischenzeitlich den Anschluss und traf erst verzögert am abgelegenen Pflanzgelände ein.Begrüßt wurde unter anderem der Ehrenbürgermeister Menken, der in Vertretung teilnahm (seine Tochter ist amtierende Bürgermeisterin von Heidmoor). Die Gemeinde mit rund 310 Einwohnern liegt im Einflussbereich des Flughafens Hamburg, über den regelmäßig Flugverkehr erfolgt. Rund die Hälfte der insgesamt 1.825 Hektar großen Gemeindefläche gehört zum Flughafengelände.

Die Koordinaten für die Ministerin waren exakt hinterlegt – pünktlich traf sie an der Samenplantage ein, sodass der feierliche Akt planmäßig stattfinden konnte.

Dr. Chris Freise von den Landesforsten mit Sitz in Neumünster erläuterte den Hintergrund der ersten Samenplantage für heimische Sträucher in Schleswig-Holstein. Es handle sich dabei um eine „rare Ware“, so der Direktor. Auf der Fläche würden gleich mehrere Ziele erreicht, denn zugleich entstehe hier ein neues Waldgebiet.

„Wir nehmen die Herausforderung, qualitativ hochwertiges, gebietseigenes und zertifiziertes Saatgut im Land verfügbar zu machen, sehr ernst“, erklärte Cornilia Schmachtenberg. 

Seit dem 2. März 2020 schreibt das Bundesnaturschutzgesetz vor, dass bei Pflanzmaßnahmen in der freien Landschaft ausschließlich Saat- und Pflanzgut aus der jeweiligen natürlichen Herkunft verwendet werden darf.

Start der Pflanzaktion 

Die Fläche in Heidmoor umfasst insgesamt 14,6 Hektar, auf denen neuer Wald entsteht. Etwa zehn Prozent davon sind für heimische Sträucher vorgesehen, die gleichzeitig als Samenplantage genutzt werden. 

👉Insgesamt werden hier künftig rund 65.000 Bäume und Sträucher wachsen, darunter etwa 5.000 heimische Arten wie Hasel, Schwarzer Holunder, Hundsrose, Pfaffenhütchen, Schneeball und Schlehe.

Das Land Schleswig-Holstein unterstützt die Neuwaldbildung mit jährlich 700.000 Euro. Für die Anlage der Samenplantage wurden bislang rund 40.000 Euro investiert; bis zur Fertigstellung werden sich die Gesamtkosten voraussichtlich auf etwa 140.000 Euro belaufen. Ein weiterer Standort ist bereits in der Revierförsterei Satrup geplant.

… feierliche Eröffnung der ersten Samenplantage in SH

Cornelia Schmachtenberg erkundigt sich bei Chris Freise nach den hier 6 verschiedenen anzupflanzenden Sträuchern