Landgericht mit neuer Außenstelle in Hohenaspe – Kritik des Stadtschreibers greift zu kurz

11.04.2026  |   Maike Dudde  |   Allgemein

👉In seiner Kolumne in der heutigen Ausgabe der SHZ äußert sich Andreas Olberts kritisch zur Entscheidung des Landgerichts Itzehoe, eine neue Außenstelle in Hohenaspe eingerichtet zu haben.

 Dabei stellt er insbesondere den Standort infrage. 

Mit spitzer Feder schreibt Olberts: „Wie soll man denn da hinkommen? Hohenaspe ist nicht der Nabel der Welt …“ und zeichnet das Bild einer „Karawane“ aus Richtern, Staatsanwälten, Sicherheitskräften, Verteidigern, Nebenklägern, Journalisten, Dolmetschern und Zeugen, die künftig regelmäßig in das knapp 2000 Einwohner zählende Dorf reisen werde.

Als Alternativen bringt er unter anderem das ehemalige Holstein-Center oder das geplante Polizeigebäude auf dem Alsengelände in Itzehoe ins Spiel. 

Man könnte meinen, es sei bedauerlich, dass das Landgericht den Stadtschreiber vor seiner Entscheidung nicht konsultiert hat. 😉

Hohenaspe liegt in einer Entfernung von sechs Kilometern zu Itzehoe und ist somit für eine “Karawane” gut erreichbar. 

Der neue Sitzungssaal im Gewerbegebiet von Hohenaspe befindet sich in direkter Nähe zur L 127 und ist auch ohne Navigationsgerät leicht zu finden.

Tatsächlich gibt es nachvollziehbare und sachliche Gründe für die Standortwahl Hohenaspe. 

Zur Einordnung:

 Nachdem der Mietvertrag für den bisherigen Sitzungssaal im China Logistic Center (CLC) zum Jahresende ausgelaufen ist, wurde ein neuer Standort benötigt. 

Die Wahl fiel auf die ehemalige Wohnmobilgalerie in Hohenaspe. 

Die die Pressesprecherin des Gerichts, Dr. Frederike Mithoffer

, erläutert, handelt es sich dabei um eine dauerhafte Lösung. 

Hintergrund ist der generelle Mangel an Sitzungssälen am Landgericht sowie deren teilweise unzureichende Größe für umfangreichere Verfahren. 

Bei der Auswahl spielten insbesondere Sicherheitsaspekte, Wirtschaftlichkeit und der erforderliche Umbauaufwand eine zentrale Rolle. Die Immobilie in Hohenaspe überzeugte, da sie mit vergleichsweise geringem Aufwand an die Anforderungen eines Gerichtssaals angepasst werden kann. 

Zudem wurden im Vorfeld mehrere Alternativen geprüft und gegeneinander abgewogen. 

Der Mietvertrag für die neue Außenstelle wurde zunächst auf zehn Jahre abgeschlossen. 

Der Sitzungssaal bietet Platz für rund 40 Zuschauer. Vor diesem Hintergrund erscheint die Entscheidung für Hohenaspe weniger als fragwürdig, sondern vielmehr als das Ergebnis einer sachlichen und sorgfältigen Abwägung.

👉In Hohenaspe hat übrigens diese Woche der Prozessauftakt wegen des Raubmordes in Besdorf gegen einen 20-Jährigen begonnen.