Im Einsatz für die Vogelwelt

08.05.2026  |   Maike Dudde  |   Natur

 Auf einer Radtour wurde ich kurz vor der B77 am Gelände „Hungriger Wolf“ auf einer Spurbahn auf einen Mann aufmerksam, den ich schnell zuordnen konnte, obwohl wir uns noch nie persönlich begegnet waren.

Eine Leiter lehnte an einem Baum, davor stand ein Mann mit einem kleinen Vogel in der Hand – das konnte nur Sönke Martens sein, der Ornithologe bei der Beringung von Jungvögeln.

Wir hatten einst mehrfach telefoniert; wenn ich mich richtig erinnere, ging es damals um das Thema Schwalben. Sein Name tauchte immer wieder auf, wenn ich mich mit Bekannten über Vögel unterhielt.

„Sönke Martens hat gesagt …“, „Sönke Martens beringt die Schwalben auf meinem Hof“, “Martens hat die Nistkästen aufgehängt” oder „Im Wald habe ich den Ornithologen Martens getroffen“, hieß es oft. Und nun hatte ich die Legende persönlich vor mir.

Der Fachmann für die Beringung von Jungvögeln zur Erforschung von Zugverhalten, Lebensdauer und Populationsentwicklung war beschäftigt, nahm sich aber dennoch ein paar Minuten Zeit für meine Fragen.

Ich wollte wissen, welche Vögel er gerade beringt. Es waren wenige Tage alte Stare, die er geschickt aus den Nistkästen holte, um ihnen einen Ring anzulegen, um sie anschließend wieder zurück in ihr Nest zu setzen.

Martens stellte fest, dass in diesem Gebiet der Nachwuchs in den Nestern gering ist. Die sonst durchschnittliche Brut von fünf Eiern fällt hier deutlich kleiner aus. Meist seien nur zwei Vogelküken im Nest vorzufinden, bedauert der Ornithologe. Eine 2. Brut gibt es in diesem Fall nicht. Und er glaubt zu wissen, woran es liegt: Die Kühe bleiben neuerdings in diesem Gebiet im Stall, und auf den fehlenden Kuhfladen finden die Insekten keine Nahrung mehr, von denen sich die Stare ernähren und mit denen sie ihre Jungen aufziehen. „Die Folgen für den Bestand zeigt sich erst in einigen Jahren“, so Martens.

Der viel beschäftigte Ornithologe hat mit seiner wissenschaftlichen Arbeit reichlich zu tun. Weit über 1000 aufgehängte Nistkästen – meist von ihm selbst finanziert – müssen kontrolliert werden. Datum, Ringnummer und Fundort werden sorgfältig dokumentiert, anschließend werden die Daten an die Vogelwarte Helgoland übermittelt.

Der kleine Star kommt nach der Beringung sofort wieder zurück ins Nest

Und nun genug der Worte und damit verbundene Unterbrechung seiner Arbeit, denn an diesem Nachmittag sollen noch rund 100 Nistkästen kontrolliert werden.

Also verabschiede ich mich, um noch schnell vorab zwei Fotos aufzunehmen.