Hohenaspe wird Treffpunkt der Justiz: Landgericht präsentiert Jahresbilanz

26.05.2026  |   Maike Dudde  |   Allgemein

Im Bild Pressesprecherin vom Landgericht Itzehoe Dr. Frederike Milhoffer

Bei der Jahrespressekonferenz des Landgerichts Itzehoe wurde ein Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr gegeben. 

In diesem Jahr fand die Veranstaltung erstmals in der modern ausgestatteten Außenstelle Burgviert in Hohenaspe statt. Ziel war es, den Pressevertretern die Außenstelle mit ihren hohen Sicherheitsstandards, ihrer modernen Technik und ihren ausreichend großen Räumlichkeiten vorzustellen. 

Die Teilnehmer der Jahrespressekonferenz wurden von der Präsidentin des Landgerichts Itzehoe, Sabine Wudtke, begrüßt. Sie hat die Leitung des Gerichts am 1. Februar 2023 übernommen.

Der Justizwachtmeister und Ausbilder Tim Weigel führt durch den Gerichtssaal mit den modernen Dolmetscherkabinen. Bei 40 % der Gerichtsverhandlungen werden Dolmetscher benötigt. 

Geben Informationen über die Bilanz 2025:

Rückblick und Vorstellung von rechts Dr. Frederike Milhoffer (Pressesprecherin), Präsidentin Sabine Wudtke, Birte Neuhoff (Geschäftsleitung) und Tim Weigel  (Ausbilder / Justizwachtmeister)

 Ein zentrales Thema war der erfolgreiche Abschluss des Rollouts der e-Akte in der Strafjustiz, der am 1. April 2025 eingeführt wurde. 

In Strafsachen sind nun auch Beschwerde- und Hauptsacheverfahren vollständig elektronisch bearbeitet. Zudem werden die anfallenden Masseverfahren im Zivilrecht, insbesondere im Bereich der DSGVO und Phishingangriffe, thematisiert.

👉 Der Beruf des Justizwachtmeisters wurde durch einen persönlichen Erfahrungsbericht vorgestellt.

 Das Gericht und die zugehörigen Amtsgerichte beschäftigen über 537 Mitarbeiter, darunter 101 Richter. Die Verteilung der Richter an den Amtsgerichten ist wie folgt: Pinneberg (19), Itzehoe (18), Meldorf (13), Elmshorn (13), und am Landgericht sind 38 Richter tätig.

👉Auf der Jahrespressekonferenz des Landgerichts Itzehoe wurden die rechtlichen Konsequenzen aktueller Datenschutzfälle zusammengefasst. 
Betroffene Nutzer fordern Schadensersatz aufgrund von DSGVO-Verstößen, insbesondere bei Scraping-Fällen, wo Daten unrechtmäßig erfasst wurden. Unterlassungsklagen zielen darauf ab, weitere rechtswidrige Datenverarbeitungen zu verhindern. 
Kläger verlangen auch Auskunft über die Verarbeitung ihrer Daten. Die meisten Verfahren werden durch Urteile entschieden, da Vergleiche selten sind, und es wird häufig Berufung eingelegt. 

❗Die Entwicklungen zeigen, dass Datenschutzverstöße erhebliche rechtliche und organisatorische Herausforderungen für Unternehmen mit sich bringen.

👉Die Vorstellung des Berufs des Justizwachtmeisters/in durch Tim Weigel macht deutlich, wie wenig über die Sicherheitsfachkräfte der Justiz bekannt ist.

Voraussetzungen sind eine abgeschlossene Berufsausbildung und mindestens ein Hauptschulabschluss. Quereinsteiger sind gefragt. Die Qualifizierung dauert sechs bis zwölf Monate. „Die Nachwuchsvoraussetzungen hinsichtlich Menge und Qualität lassen nach”, so Tim Weigel, der für die Ausbildung Räumlichkeiten in der Außenstelle Hohenaspe des Landgerichts zur Verfügung hat. 

 Wie der Name “Justizwachtmeister:in” schon andeutet, ist die Kernaufgabe in Schleswig-Holstein, für Sicherheit und Ordnung an den Gerichten und Staatsanwaltschaften zu sorgen. Damit tragen sie einen erheblichen Teil zu unserer Rechtsstaatlichkeit bei. Meist sofort erkennbar an der Uniform sowie den Einsatzmitteln samt Schutzweste, begegnet man den angestellten oder verbeamteten Wachtmeistern besonders an der Einlasskontrolle sowie bei der Vorführung und Bewachung von inhaftierten Angeklagten im Gerichtssaal.

ZAHLEN

An den Amtsgerichten stiegen die neu eingehenden Zivilsachen deutlich auf 4575 Verfahren an (2024: 4179). Die Zahl der Berufungszivilsachen am Landgericht blieb mit 207 Verfahren nahezu konstant, ebenso die niedrige Berufungsquote von gut 5 %.
Die Zahl der Unternehmens- und Privatinsolvenzen stieg 2025 auf 1277 Fälle (2024: 1196). Eröffnet wurden 987 Verfahren. Auch Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen nahmen leicht auf 166 Verfahren zu, blieben aber unter dem Niveau von 2023.

Die Eingänge in Familiensachen stiegen erneut an und erreichten 2025 insgesamt 4038 Verfahren nach 3749 im Vorjahr.