Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und Tennet informierten vor Ort über den derzeitigen Stand der Ausgrabungen auf den Flächen des künftigen Umspannwerks Stegau in der Gemeinde Mehlbek.
Begrüßt wurden die Teilnehmer von einem TenneT-Team mit Projektleiter David Hilbert und Dajana Schröder Referentin für Bürgerbeteiligung.
Dr. Ingo Lütjens stellvertretender Leiter des Archäologischen Landesamts stand für Fragen zur Verfügung.

Im Vorfeld des Baus des geplanten Umspannwerks durch das Unternehmen TenneT finden seit Mitte März 2026 archäologische Untersuchungen auf der rund 25 Hektar großen Fläche statt.
Die vom Land angeordneten Untersuchungen werden voraussichtlich bis Oktober dieses Jahres andauern.
Mit Beginn der Bauarbeiten würden die dort vorhandenen archäologischen Bodendenkmäler unwiederbringlich zerstört. Sie müssen daher im Vorfeld durch das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) untersucht, geschützt und wissenschaftlich dokumentiert werden.
Ziel ist es, die archäologischen Zeugnisse und damit einen Teil des kulturellen Erbes unseres Landes für die Nachwelt zu bewahren.
Bereits im April stellten der Bürgermeister der Gemeinde Mehlbek und ich eine Anfrage an TenneT als Eigentümer des Areals, auf dem in naher Zukunft das Umspannwerk entstehen soll.
Wir wollten wissen, ob die Möglichkeit bestünde, eine Führung über das Gelände zu organisieren, um einen Einblick in die dort stattfindenden archäologischen Arbeiten zu erhalten.
Nach Informationen des ALSH wurden bei den Untersuchungen bereits bedeutende Funde über die einstige Besiedlung der heutigen Agrarfläche gemacht.
❗Nach vielen Terminverschiebungen – es gibt reichlich Auflagen für das Betreten des Baugeländes – war es an diesem Tag endlich soweit.
Ausgestattet mit Helm, Weste und Arbeitsschuhen – die Schuhgröße musste bereits lange vorab angegeben werden – sowie Verhaltensregeln, ging es für rund 20 Teilnehmer an diesem späten Nachmittag zu einer Führung über die zwei unterschiedlichen Ausgrabungsstätten auf dem Gelände.

Teamleiter v.r. Kaube und Schmidt präsentieren die derzeitigen Funde aus den archäologischen Grabungen
Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein (ALSH) und Tennet informierten vor Ort über den derzeitigen Stand der Ausgrabungen auf den Flächen des künftigen Umspannwerks Stegau in der Gemeinde Mehlbek.
❗Die Fläche liefert Hinweise auf Siedlungstätigkeit aus unterschiedlichen vorgeschichtlichen Epochen.
In den freigelegten Rennöfen wurden aus Eisenerz (700 v. Chr.) Eisen gewonnen. Die entdeckte Schlacke gibt Aufschluss darüber.

Teilnehmer auf Zeitreise

Die Grabungsarbeiten geben spannende Einblicke in die frühe Besiedlung der Region.Zwei Grabungsteams sind vor Ort.
Gemeinsam mit den Grabungsleiterinnen Maren Kaube und Frau Schmidt von der Außenstelle des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) in Bad Segeberg mit Hauptsitz in Schleswig werden die archäologischen Befunde dokumentiert und ausgewertet.
Insgesamt konnten rund 370 archäologische Befunde registriert werden. Dabei wurden unter anderem Keramikscherben aus der Eisenzeit entdeckt. Neben zwei Grubenhäusern kamen zahlreiche Pfostengruben, Rennöfen, Feuerstellen und Kochsteingruben zutage.
Die in den Rennöfen gefundene Eisenschlacke weist auf eine frühe Eisenverarbeitung vor Ort hin. Aus den Gruben wurden vor allem einfache Keramikfragmente geborgen.
Die Siedlungsspuren datieren von der vorrömischen Eisenzeit bis in die Völkerwanderungszeit – etwa von 600 v. Chr. bis 700 n. Chr. Sie belegen damit eine Nutzung des Areals über mehrere Jahrhunderte hinweg.

Die hier gefundenen Bronzezeitliche Keramiken mit Verzierungen sorgen für Erstaunen


Bürgermeister Helge Treuherz aus Mehlbek mit den Häusern seiner Urururururururururururururururururururururururururururururururururururur… Einwohner