Gemeindevertreter mit Bürgermeister Helge Treuherz hatten zum Dialog über das geplante Umspannwerk eingeladen. Von den 429 Einwohnern fanden sich knapp hundert im Sportlerheim ein. Der geplante Bau und die dazugehörigen Leitungen bereiten vielen Bürgern nachvollziehbare Sorgen.

Alle Stühle im Sportlerheim wurden besetzt, das Interesse war groß, die Diskussionen fachlich
… und so gab es jede Menge Wortmeldungen zum Thema. Die gegründete Bürgerinitiative in Mehlbek informiert darüber, dass sie einen Anwalt gegen das geplante Tennet-Projekt eingeschaltet haben.
Joana Rohde, die Vorsitzende der Bürgerinitiative, spricht sich für erneuerbare Energien aus, lehnt jedoch die derzeitige Planung des Umspannwerks ab. Hier kommt das St.-Florians-Prinzip zum Tragen.
Vorgeworfen werden fehlende Transparenz vom Netzwerkbetreiber Tennet und eine kampflose Übergabe der Gemeinde Mehlbek.
Da der Bau des Umspannwerks eine umfangreiche Berichterstattung erfordert, denn auch diese Planung greift erneut in unsere Landschaft ein, ist das nicht nur für Mehlbeker von Interesse.
Die geplanten Baumaßnahmen werden uns noch lange beschäftigen.
Zu Beginn der Versammlung wehrte sich Helge Treuherz gegen den Vorwurf der Bürgerinitiative, dem Gemeinderat sei die Situation egal und er kümmere sich nicht genug um Gegenmaßnahmen.
Auch der Vorwurf, der Gemeinderat habe die Dorfbewohner zu spät über die Pläne von Tennet informiert, wurde geäußert.
Helge Treuherz berichtete, dass Tennet zunächst um Stillschweigen gebeten habe, da die Planung noch nicht abgeschlossen gewesen sei.
Joana Rohde erinnerte den Bürgermeister daran, dass er seiner Gemeinde, die ihn gewählt hat, Vorrang vor Tennet einräumen müsse.
“Wir in Mehlbek werden kein gallisches Dorf “, so der Bürgermeister
👉Deutlich wurde, dass sich Treuherz kümmert, als er von den Telefonaten und Treffen mit Tennet, dem Mehlbeker Landverkäufer und den Bürgermeistern (vier aus Schleswig-Holstein) in ähnlichen Situationen berichtete.
Alle gaben die gleiche Auskunft: “Es ist zwecklos, sich Tennet mit ihren Plänen entgegenzustellen.“ Dies bestätigte auch der Landverkäufer (sein Name ist bekannt), der drei Mal Besuch von Tennet-Mitarbeitern bekam.
Beim dritten Mal stand das Wort einer möglichen Enteignung (Höheres Allgemeingut) im Raum, woraufhin der Mehlbeker nachgab.
📍Der Agrarland-Verkäufer für das Umspannwerk meldete sich erneut zu Wort: „Ich habe mich gegen Windkraftanlagen auf meinem Land gewehrt und ich lasse auch keine PV-Flächen zu, aber nun muss ich mich den Beschlüssen der Bundesregierung unterwerfen.“
Alternative Flächen in der Region gibt es demnach nicht; die Fläche in Pöschendorf wurde für den Planungsstand als zu klein befunden.
25 Hektar Land werden u. a. mit fünfzehn 60 Meter hohen Masten überbaut. Für die Stromtrasse muss eine Schneise in den Wald geschlagen werden.
Auch bei der Frage nach der anfallenden Gewerbesteuer konnte keine optimistische Zahl genannt werden.
Aus dem Publikum gab es Bedenken wegen der Gesundheitsgefährdung durch die Anlage.